Es ist Winter, Zeit für die DHL-Schnitzeljagdt

Bin ich der einzige, dem das offenbar jeden Winter passiert?

Ich bin Kunde bei DHL für das Produkt „Packstation“.
An sich ne praktische Sache: Pakete kommen an, ohne dass der Chef nörgelt („immer diese privaten Pakete hier im Büro…“) oder dass man einen Schlafrythmus haben muss, der mit jenem der Nachbarn korreliert.
Alles prima.

Ausser wenn wieder mal Winter ist.
Dann nämlich schickt mich DHL gerne mal auf Schnitzeljadgt: nicht in der von mir gewünschten und vom Versender auch angegebenen Packstation kommt mein Paket an, sondern irgendwo.

Heute war es wieder soweit: 27 km durfte ich durch die Gegend fahren zu der Station, in der mein Paket diesmal lag.
Andere Postleitzahl und Stationsnummer. Klar.
Da DHL die Nummern aber nicht nach einem Algorithmus vergibt – könnte man ja machen: die Nummer könnte so ein Code sein, der aus Postleitzahl und anderen Merkmalen berechnet wäre – sondern einfach fortlaufend, da ähneln diese sich natürlich.
Mein heutiges Reiseziel hatte die auf meine Wunschstation direkt folgende Nummer.

Nicht schön.

Was mich aber am meissten ankotzt ist die Tatsache, dass DHL keinen Weg vorsieht, solche Fehler zu korrigieren.
Will sagen: durch den Verursacher korrigieren zu lassen. Ich muss selber in die Wallachei fahren.

Ist das eigentlich typisch für Deutschland oder gibt es das anderswo genauso: Fehlerfälle einfach nicht einplanen und wenn doch mal einer vorkommt, hat der Kunde halt Pech gehabt?

Ich habe mich schon in 2010 darüber beklagt, wie ich mir als Kunde oft vorkomme.
Und das sage ich als ehemaliger Profi: während des Studiums habe ich lange Zeit selber als Verkäufer gearbeitet und mich nach Kräften bemüht, meine Kunden genau so zu behandeln, wie ich als Kunde gern behandelt werden möchte.
Ist aber ein Bseispiel, das wenig Schule zu machen scheint.

Eigentlich hilft da, mit dem Portemonai abzustimmen.
Ich tu das gelegentlich.
Nach Sony im Jahre 2000 und Logitech im Jahre 2008 habe ich in 2015 auch BMW auf meine Liste von Firmen gesetzt, von denen ich nie im Leben wieder etwas kaufe.
Und das, obwohl ich viele der Produkte dieser Firmen echt klasse finde.

Aber der Service ist eben so gemacht, dass sie mich als Kunden für ewig verloren haben (Sony wollte damals >400 DM für einen Batteriefachdeckel für einen Scoopman NT1, lieferte mir später statt der bestellten 128MB-Erweiterung für mein Vaio C1VN zweimal die 64MB für den Vorgänger und verweigerte dann die Rücknahme und meinte zur Frage, wann denn die englischen Windows-NT-Treiber auch für mein deutsches Vaio verfügbar würden, ich solle doch den NAchfolger kaufen und mein 6 Monate altes Gerät verschrotten -> Liste.
Logitech warb mit problemloser Ersatzteilbeschaffung, aber als ich den Empfänger meiner kabellosen Maus verloren hatte, wurden mir stattdessen nur 10 Euro Rabatt auf Listenpreise im Logitech-Onlineshop angeboten -> Liste.
BMW? Konstruktionsfehler, die an Absicht gemahnen, weil sie teure Reparaturen erzwingen. Und so kommen die durch Abnahmeverpflichtungen und Minimargen gebeutelten Händler dann mittels der Werkstattleistungen doch noch zu Geld? -> Liste.)

Und jetzt muss ich echt überlegen, ob DHL auch auf diese Liste gehört.
Grummel.

Ich glaube, sie bekommen noch ne Chance, denn die Fehler sind gottlob selten.

 

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