Überbuchung

Ein weiterer wichtiger Erfolgsfaktor ist die Fähigkeit zur Überbuchung von Leitungen, die IP bietet. Diese ist der Schlüssel zu niedrigeren Kommunikationspreisen als bei anderen Techniken\\. Die Überbuchung beschreibt die Eigenschaft, dass sich mehrere Benutzer eine Leitung teilen.

Dies ist auch bei anderen Netzen völlig üblich: beim alten (analogen) Telefonnetz (in Deutschland System 55V der Post) teilen sich z.B. 100 Teilnehmer eine "Wählergruppe" aus 7 Wählern. Es können damit maximal 7 Teilnehmer gleichzeitig eine Verbindung zu einem anderen Teilnehmer aufbauen. Der achte Teilnehmer würde beim Abheben des Hörers gleich ein Besetzzeichen erhalten. Die Wählergruppe ist also um den Faktor 14,4 "überbucht".

Anders als bei solchen Netzes wirkt bei IP die Überbuchung auf die Leistung jedoch nicht "verhindernd" sondern "mindernd": Hat ein Netzknoten, an den 100 Kunden mit je 2 MBit/s angeschlossen sind, eine Kapazität von 25 MBit/s zu anderen Netzknoten, dann ist das Backbone um den Faktor 8 überbucht. Sollten also alle Teilnehmer gleichtzeitig Daten zu übertragen versuchen, dann erhält jeder nur 256 kBit/s an Durchsatz.

Diese Form der Serviceeinschränkung ist für die Benutzer zum einen weniger sichtbar, denn viele Faktoren (von der Quelle bis zum Ziel) tragen zur tatsächlichen Übertragungsrate bei, zum anderen ist sie in der Regel viel erträglicher als ein kompletter Ausfall der Leistung (beim Telefon: Besetzt-Zeichen).


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